erstmal die Diagnose googeln?

„Google bloß nicht!“, wie oft habe ich diesen Satz schon gehört? „Google ist gefährlich und verbreitet irreführende Halbwahrheiten“. Ist das wirklich so?
Google ist eine Suchmaschine und Wikipedia sagt hierzu „Eine Suchmaschine ist ein Programm zur Recherche von Dokumenten, die in einem Computernetzwerk gespeichert sind.“ Über Google gelange ich also zu Informationen. Ich muss allerdings selbst auswählen und differenzieren.
Mir sollte bewusst sein, dass Beiträge in bspw. Foren nur einen kleinen Teil und meist Einzelfälle abbilden. Und dass man dort tendenziell eher die schwierigeren Krankheitsverläufe aufgeführt sieht, weil Patienten mit leichteren Verläufen seltener Hilfe suchen. Eine verzerrte Wahrnehmung also, die mitunter nicht immer Mut machend, sondern auch Angst einflößend sein kann.
Über Google gelange ich aber auch zu Fachinformationen, Krebsinformationsdiensten oder den aktuellen Berichten aus Forschung und Wissenschaft. Ich kann mir dort auch als medizinischer Laie Informationen anlesen und mich umfassend und in mehrere Richtungen formieren.
„Frag doch lieber deinen Arzt.“
Als ich meine Ärztin damals nach meinem Knoten in der Brust fragte, sagte sie die ersten Besuche, es wäre kein Krebs. Ärzte sind auch nur Menschen. Sie können irren; in ihren Einschätzungen, aber auch in ihren Meinungen. Sie sind unterschiedlich informiert, kompetent oder gebildet. Ich habe durchaus schon von 5 Ärzten 5 verschiedene Meinungen erhalten - teils gegensätzliche, teils sich ergänzende, mitunter auch gänzlich falsche.
Ich rede mit Ärzten. Aber ich informiere mich auch selbst. Und die Informationen, die Fachleute im Internet zur Verfügung stellen, helfen mir dabei.
Die Möglichkeiten des Internets sind ein Segen, wenn man sich vorher überlegt, was und wo man sucht und wie man fundierte Informationen erkennt. Es sollte aber auch bewusst sein, dass nicht alles gefallen könnte, was man findet.
Und: Nicht jeder möchte sich umfassend informieren. Ich habe eine Weile gebraucht, um wirklich zu verstehen, dass jeder auch das Recht auf gewünschtes Nichtwissen hat