Archive for Gedankenschnipsel
Kategorie: Gedankenschnipsel

Hier findet ihr einige Texte und Gedanken von mir.

Der Stachel bleibt drin

„Der Stachel bleibt drin!“
Seine Äußerung ist klar und unmissverständlich. Er bringt sie mit einer Vehemenz hervor, die keinen Zweifel übrig lässt: Der Stachel bleibt drin.
„Naja“, versuche ich zu erklären, was für mich auf der Hand liegt, für den 5Jährigen jedoch deswegen noch lange nicht plausibel erscheint: „Wenn du den Kaktus-Stachel drin lässt, dann wird es weiter weh tun. Möglicherweise bricht er sogar ab und dann tut es erst recht weh und wir kriegen den Stachel nur noch schlecht raus.“

Hier draußen im Wald

Jede Jahreszeit im Wald ist anders. Jetzt, mitten im Winter, ist alles von einer dichten Laubdecke überzogen. Es riecht nicht mal mehr leicht moderig wie im Herbst, sondern alles, selbst der Verwesungsprozess, scheint für den Moment eingefroren. Beim Gehen sind

Waldspaziergänge

„Ich will nicht in den Wald. Ich hasse den Wald!“
Sie knallt die Autotür von innen zu.
„Gut, dann gehen wir eben ohne dich. Bis später.“
Die Autotür öffnet sich langsam. Ein mies gelauntes Kindergesicht steigt mit hängenden Schultern aus und gesellt sich zu seinen Geschwistern. Gemeinsam bilden sie folgende Stimmungen ab: Wut, Langeweile. Etwas Traurigkeit. Ein Hauch von Aggressivität.

Über Talente

Als Kind dachte ich, ich hätte keine Talente. In der siebten Klasse sollte jeder einmal sagen, was er besonders gut können würde. Es ging reihum:

Das Leben im Alltäglichem

Eines der Kinder verlor einen Wackelzahn. Ich habe vergessen welches, aber ich erinnere mich an meine Worte, die ungefähr so gingen „Prima! Gib ihn mir. Ich packe ihn in die Dose zu den anderen.“ Ich erinnere mich auch noch, dass

Der Sinn des Lebens

Zwischen „viel zu warm“ und „ganz schön kalt“ existiert dieser wirklich schmale Bereich der perfekten Temperatur. Gestern um 21:00 war es so weit. Meine Tochter und ich stehen barfuß vor unserer Haustür. Der Boden ist angenehm warm, die Luft ebenso.

another day in paradise

Man muss das Tesafilm seitwärts vom Roller abziehen. Nicht längs, sonst ist es zu straff und zerknüddelt. Und das Geschenk – pass mal auf, ich zeig dir, wie man das am besten einwickelt. Du hälst hier an dieser Seite fest, ich hier und – hmm – sieht irgendwie trotzdem blöd aus. Ach, ich sag einfach, die Kinder haben das so eingepackt. Ich lache. Die 8Jährige knufft mich empört kichernd in die Seite: „Mama!“

Verwendete Schlagwörter: , ,

Der Schwabbeltanz

Ich steige aus der Dusche. Die Haare hängen nur noch halb im Zopf, der Rest klebt nass in meinem Gesicht. Ich vollziehe meinen üblichen „Ich habe mich gerade eine Minute eiskalt abgeduscht und hasse jetzt die ganze Welt“-Tanz.
Die 7Jährige steht vor mir.
„Mama, deine Beine schwabbeln ja total. Und dein Popo auch.“
Interessierte Augen betrachten Dellen an unterschiedlichsten meiner Körperstellen.

Der 6Jährige möchte eine Glatze

„Eine Glatze!“Der 6jährige meint es erst mit seinem Wunsch. Die Haare sollen ab. Nicht nur auf wenige Millimeter abrasiert – hierauf lies ich mich vor einigenWochen schon ein – , sondern ganz ab. „Aber warum denn?“, frage ich mal wieder

Wofür tust du es?

Wofür willst du dieses überteuerte Auto haben? Weil es gut aussieht? Und weiter? Weil du dann deine neue Freundin beeindrucken würdest? Und weiter? Dann wäre sie stolz auf dich und würde dich mehr lieben? Das gilt es zu hinterfragen, aber dein Wunsch ist jedenfalls nicht das teure Auto, sondern das Bedürfnis nach Liebe, Anerkennung oder Wertschätzung.

Top