Archive for Gedankenschnipsel Seite 2
Kategorie: Gedankenschnipsel

Hier findet ihr einige Texte und Gedanken von mir.

another day in paradise

Man muss das Tesafilm seitwärts vom Roller abziehen. Nicht längs, sonst ist es zu straff und zerknüddelt. Und das Geschenk – pass mal auf, ich zeig dir, wie man das am besten einwickelt. Du hälst hier an dieser Seite fest, ich hier und – hmm – sieht irgendwie trotzdem blöd aus. Ach, ich sag einfach, die Kinder haben das so eingepackt. Ich lache. Die 8Jährige knufft mich empört kichernd in die Seite: „Mama!“

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Der Schwabbeltanz

Ich steige aus der Dusche. Die Haare hängen nur noch halb im Zopf, der Rest klebt nass in meinem Gesicht. Ich vollziehe meinen üblichen „Ich habe mich gerade eine Minute eiskalt abgeduscht und hasse jetzt die ganze Welt“-Tanz.
Die 7Jährige steht vor mir.
„Mama, deine Beine schwabbeln ja total. Und dein Popo auch.“
Interessierte Augen betrachten Dellen an unterschiedlichsten meiner Körperstellen.

Der 6Jährige möchte eine Glatze

„Eine Glatze!“Der 6jährige meint es erst mit seinem Wunsch. Die Haare sollen ab. Nicht nur auf wenige Millimeter abrasiert – hierauf lies ich mich vor einigenWochen schon ein – , sondern ganz ab. „Aber warum denn?“, frage ich mal wieder

10 Tage Vipassana-Retreat

Meditations-Retreats kann man sicher eine gewisse Affinität zu Stille und Achtsamkeit unterstellen. Dennoch tippen Menschen um mich herum hastig und mit gebeugtem Kopf letztmalig auf ihren Geräten herum. Auch ich zögere das Abgeben des Handys heraus. Es wird schließlich für die nächsten 10 Tage keine Möglichkeit mehr für Kontakte nach außen geben.

Wofür tust du es?

Wofür willst du dieses überteuerte Auto haben? Weil es gut aussieht? Und weiter? Weil du dann deine neue Freundin beeindrucken würdest? Und weiter? Dann wäre sie stolz auf dich und würde dich mehr lieben? Das gilt es zu hinterfragen, aber dein Wunsch ist jedenfalls nicht das teure Auto, sondern das Bedürfnis nach Liebe, Anerkennung oder Wertschätzung.

Zitat von Osho

Du projizierst ständig etwas auf andere, was nichts mit ihnen zu tun hat; diese Dinge könnten durchaus einfach verborgene Kräfte in dir selber sein. Aber du weißt nicht, dass sie in dir verborgen sind, also projizierst du sie auf andere. Irgendwer wirkt auf dich egoistisch, vielleicht bist du ja der Egoist und projizierst nur. Irgendwer wirkt auf dich sehr wütend, die Wut könnte in deinem Innern sein – und der andere kommt dir nur als Projektionsfläche gelegen.

Quantenphysik?

Mit Physik kenne ich mich nicht gut aus. Im Herbst diesen Jahres traf ich eine Frau, die ihre Masterarbeit im Bereich der Quantenphysik geschrieben hatte. Die kannte sich gut aus. Und sie erzählte mir die aberwitzigsten Theorien darüber, was in dieser Welt und in diesem Universum eigentlich möglich wäre und wozu wir (noch) keinen Zugang haben.

Der Meditationslehrer

Er ist älter, als ich es erwartet hätte. Eigentlich wundert es mich auch nicht, denn er hatte mir bereits geschrieben, dass seine Ausbildung zum Meditationslehrer mittlerweile 50 Jahre her ist. Als er mir die Tür seiner Wohnung im Dachgeschoss öffnet, entschuldigt er sich prophylaktisch für das Chaos in seiner Wohnung. Auf dem Boden sind Holzdielen verlegt und in die verstaubten Bücher und Statuen in den Regalen fallen Sonnenstrahlen, die einen märchenhaften Charakter verleihen.

Utopie?

„Du machst das falsch“, sagen die Leute manchmal und meinen damit oft „MIR gefällt das nicht, was du machst“ oder „ICH würde es nicht so machen.“

„Mama, glaubst du an Gott?“

„Ja Schatz, ich finde auch, dass nicht immer alles fair erscheint. Aber vielleicht macht es trotzdem Sinn, dass alles so ist, wie es ist. Auch wenn uns das nicht immer gefällt.“

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