Kategorie: Gedankenschnipsel

Hier findet ihr einige Texte und Gedanken von mir.

Versöhnung mit der Krebserkrankung?

„Der Tag, an dem ich mich mit der Krebserkrankung
versöhnte“ wäre eine Headline, die zu hoch gegriffen
wäre und so nenne ich es lieber „ein weiterer Tag, der
mich etwas über das Leben gelehrt hat“.

Hommage an das Leben

Er steht da. Guckt an sich herunter. Gibt mir das Taschentuch, mit dem er selbst den Joghurt von seinemPullover abgewischt hat und strahlt mich an. Irgendwasin seinem Verhalten ist anders als sonst und ich merke:der 1Jährige ist stolz auf sich.Diese

„Musst“ du ab jetzt immer dankbar sein?

Mit 12 Jahren wurden meine Weisheitszähne gezogen. Das war unter anderem deswegen so schmerzhaft, weil während des Eingriffs mein Kiefer ausgerenkt wurde. Ich saß also zwei Wochen zuhause, hatte Schmerzen und konnte weder essen, sprechen noch Zähne putzen. Und ich

be. kind. always.

Freitagmorgens…schlürfen wir kurz vor halb 8 zum Auto… …die vergangene Nacht war mies und nicht durch ausreichendSchlaf gekennzeichnet. Nachdem ich Kind 1und 2 im Auto angeschnallt habe, bleiben mir noch etwa30 Sekunden, um den vehement alle vier Gliedmaßenabstreckenden Jüngsten in

Wie du deine Zeit nutzen willst…

„Noch fünf Minuten“ erkläre ich mit Blick auf den wolkenverhangenen
Himmel. „Das ist viel zu wenig!“ erbost sich der 4jährige und
fängt aus einer Mischung von Trotz und Trauer an zu
weinen.

Krebserkrankung = Kampf?

Was meinen Leute eigentlich, wenn sie sagen, man müsse
gegen eine Krebserkrankung kämpfen?
Einen Kampf stelle ich mir so vor:
zwei Parteien stehen sich im Ring gegenüber. Auf Augenhöhe.
Es gibt Regeln. An die muss man sich halten.
Durch eigenes Bemühen hat man die Möglichkeit den
Kampf zu gewinnen.

Und ich erkenne beim besten Willen nicht die Parallelen
zu einer Krebserkrankung.

Meine Angst tanzt

Die Angst trägt heute eine Maske mit verwirrenden Mustern
und grellen Farben. Diese lässt jeden ihrer Gesichtszüge
noch erschreckender aussehen und man könnte
meinen, dass sie genau diesen Eindruck vermitteln möchte.

Ihr Kleid besteht aus Fetzen voller zerplatzter Träume,
schlafloser Nächte und möglicher Horrorszenarien, vor
deren Fantasie jeder Hollywoodregisseur neidvoll mit ausladender
Geste seinen Hut ziehen würde.

Bei der Psychoonkologin

Diese Situation, nicht zu wissen, ob das Damoklesschwert
auf einen herabstürzen wird, finde ich unzumutbar, erzähle
ich ihr und schaffe es dabei wie ein trotziges, kleines
Kind zu gucken, dem man ohne nachvollziehbaren
Grund den Lolli verweigert hat.

Warum rede ich offen über meine Erkrankung?

Über bin mit meinen Erfahrungen meine Erkrankung
betreffend immer sehr offen umgegangen. Ich mache
das aus mehreren Gründen, denn Entscheidungen
eines Menschen bestehen oft aus einem komplexen
Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren. Meine
Hauptmotivation ist die eigene Auseinandersetzung und
Verarbeitung einer Krankheit, die weiterhin mein Leben
bedroht.

Und hier stehe ich nun

Und hier stehe ich nun.
Immer noch unschlüssig, was die Welt von mir möchte
oder was ich von alldem halten soll. Mit dem Gefühl, dass
sich das Leben plötzlich wie eine unverhoffte Zugabe anfühlt.

(Gedanken nach Abschluss der Akutbehandlungen)

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