Archive for Gedankenschnipsel Seite 4
Kategorie: Gedankenschnipsel

Hier findet ihr einige Texte und Gedanken von mir.

Die Frau, deren Mutter starb

„Sie fehlt mir jeden einzelnen Tag“, sagte die Frau, die mir in einer entfernten Stadt an einem unbekannten Flussufer gegenübersitzt und mit mir über den Tod ihrer Mutter spricht.
„Es wird immer eine Lücke da sein und ein Schmerz, der nie wirklich verschwinden wird.“
Aber sie habe gelernt, diesen Verlust in ihr Leben zu integrieren und ihn anzunehmen.

boobies: rest in peace

Die Frau mit diesem Tattoo hat keine Brüste, aber einen wundervollen Sinn für Humor und ein beeindruckendes Lachen. Eines von dieser Sorte, das ausdrückt: ja, ich bin durch wirklich eine ganze Menge Scheiße gegangen. Aber jetzt stehe ich hier und möchte ich das Leben feiern.

Schreibt nicht „Sie war sehr tapfer“ auf meinen Grabstein

Schreibt nicht „Sie war sehr tapfer“ auf meinen Grabstein und kein „sie hat den Kampf verloren“ in meine Traueranzeige.
Wenn ich irgendwann einmal sterbe, schreibt gar nichts. Oder schreibt etwas, was mich wirklich ausmacht.
„Sie mochte den Geruch von frischem Lavendel“ zum Beispiel oder „ich vermisse es, dass das Kissen nicht mehr nach ihr riecht“.

Liebe Dame vom Bafög-Amt,

Liebe Dame vom Bafög-Amt,

vielen Dank, dass Sie mir fünf Wochen nach meinem Schreiben mitteilen, dass Sie es nicht bearbeiten können, weil darunter meine persönliche Unterschrift fehlt (es ist eine E-Mail, by the way).

Natürlich werde ich Ihrem UNVERZÜGLICHEM Wunsch nachkommen, und NOCHMALS bei diversen Ärzten vorstellig werden, die mir sicher gerne abermals bescheinigen, dass ich während meiner Chemo WIRKLICH gesundheitliche Einschränkungen hatte.

Wenn du all das abziehst, was bist du dann?

Eine Uhr für 20 EUR wird dir die gleiche Zeit anzeigen, wie eine Uhr für 200 EUR. Der Mercedes wird dich zu denselben Zielen bringen, wie der alte Golf. Du kannst natürlich eine Tasche für mehrere hundert Euro kaufen und sie indirekt mit deiner Lebenszeit bezahlen, aber du wirst in ihr dieselben Dinge transportieren können, wie in einem Jutebeutel.

Wer weiß denn schon, wie er fühlen würde?

Ich finde den Gedanken hilfreich, diese Überheblichkeit abzulegen, die mir manchmal vorgaukelt, das Leben anderer Menschen beurteilen zu können. Wie sollte das denn auch funktionieren, wenn man selbst vom eigenen Leben ständig überrascht ist?

Ab nach Irland mit dem Flügelbruch e. V.

Ich halte das Leben längst nicht mehr für selbstverständlich. Aber gestern gab es diesen einen Moment, an dem ich in diesem vorher noch nie besuchten, bezaubernden Land mit vielen anderen Frauen im Meer stand und dachte und fühlte, was Krebs doch für eine gottverdammte fucking Dreckskrankheit ist. Und wir krass geil es sich anfühlt, am Leben zu sein.

Von Fehlern, die man selber machen muss

Mein 4Jähriger hat vor wenigen Tagen Fahrrad fahrengelernt.Zwischen „Mama, ich werde das niemals schaffen“ und„Mama, guck mal, wie schnell ich fahren kann!“ lagen 15Minuten. Ich versuchte ihm zu erklären, dass es nicht darauf ankommt,wie schnell man fahren kann, sondern dass

Von der Statistik zu überleben (*Triggerwarnung*)

„Denken Sie dran, Sie sind keine Statistik. Vergessen Sie
alle Zahlen und Wahrscheinlichkeiten. Sie können nichts
über Sie als Einzelfall aussagen“.
Können sie das wirklich nicht?

erstmal die Diagnose googeln?

„Google bloß nicht!“, wie oft habe ich diesen Satz schon
gehört? „Google ist gefährlich und verbreitet irreführende
Halbwahrheiten“. Ist das wirklich so?

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