Kategorie: Gedankenschnipsel

Hier findet ihr einige Texte und Gedanken von mir.

Liebe Dame vom Bafög-Amt,

Liebe Dame vom Bafög-Amt,

vielen Dank, dass Sie mir fünf Wochen nach meinem Schreiben mitteilen, dass Sie es nicht bearbeiten können, weil darunter meine persönliche Unterschrift fehlt (es ist eine E-Mail, by the way).

Natürlich werde ich Ihrem UNVERZÜGLICHEM Wunsch nachkommen, und NOCHMALS bei diversen Ärzten vorstellig werden, die mir sicher gerne abermals bescheinigen, dass ich während meiner Chemo WIRKLICH gesundheitliche Einschränkungen hatte.

Wenn du all das abziehst, was bist du dann?

Eine Uhr für 20 EUR wird dir die gleiche Zeit anzeigen, wie eine Uhr für 200 EUR. Der Mercedes wird dich zu denselben Zielen bringen, wie der alte Golf. Du kannst natürlich eine Tasche für mehrere hundert Euro kaufen und sie indirekt mit deiner Lebenszeit bezahlen, aber du wirst in ihr dieselben Dinge transportieren können, wie in einem Jutebeutel.

Wer weiß denn schon, wie er fühlen würde?

Ich finde den Gedanken hilfreich, diese Überheblichkeit abzulegen, die mir manchmal vorgaukelt, das Leben anderer Menschen beurteilen zu können. Wie sollte das denn auch funktionieren, wenn man selbst vom eigenen Leben ständig überrascht ist?

Ab nach Irland mit dem Flügelbruch e. V.

Ich halte das Leben längst nicht mehr für selbstverständlich. Aber gestern gab es diesen einen Moment, an dem ich in diesem vorher noch nie besuchten, bezaubernden Land mit vielen anderen Frauen im Meer stand und dachte und fühlte, was Krebs doch für eine gottverdammte fucking Dreckskrankheit ist. Und wir krass geil es sich anfühlt, am Leben zu sein.

Von Fehlern, die man selber machen muss

Mein 4Jähriger hat vor wenigen Tagen Fahrrad fahrengelernt.Zwischen „Mama, ich werde das niemals schaffen“ und„Mama, guck mal, wie schnell ich fahren kann!“ lagen 15Minuten. Ich versuchte ihm zu erklären, dass es nicht darauf ankommt,wie schnell man fahren kann, sondern dass

Von der Statistik zu überleben (*Triggerwarnung*)

„Denken Sie dran, Sie sind keine Statistik. Vergessen Sie
alle Zahlen und Wahrscheinlichkeiten. Sie können nichts
über Sie als Einzelfall aussagen“.
Können sie das wirklich nicht?

erstmal die Diagnose googeln?

„Google bloß nicht!“, wie oft habe ich diesen Satz schon
gehört? „Google ist gefährlich und verbreitet irreführende
Halbwahrheiten“. Ist das wirklich so?

Raubt Glück oder Angst den Atem?

Manchmal meine ich, ich müsste wahnsinnig werden. Ich
glaube mein Mann würde an dieser Stelle sagen, „Welch
ein Glück, dass du das vorher schon warst.“

Ich. habe. Angst. Die Schallplatte hat längst einen Sprung. (*Triggergefahr*)

„Wie war das Laufen, Schatz?“
„Gut“, sage ich, weil ich schon so oft alles andere gesagt
habe und mir selbst gerade so verdammt überdrüssig bin.
Ich will die Worte nicht mehr sagen, nicht mehr denken,
nicht mehr spüren. Ich. habe. Angst. Die Schallplatte hat
längst einen Sprung.

Angst frisst Gegenwart?

Letztes Jahr, ungefähr zu dieser Zeit, las ich während der Chemo ein Buch über einen Krebserkrankten. Er durchlief die üblichen Akutbehandlungen, besuchte eine Reha und kehrte an seinen Arbeitsplatz zurück. Er beschrieb Phasen psychischer und körperlicher Stabilität. Es ging ihm

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